„Max und seine Kanzlei sind für mich nicht nur freundschaftlich wichtig, sondern unternehmerisch ein enormer Mehrwert.“
Dennis Hornung wollte kein Autohaus verwalten. Er wollte beweisen, dass Handwerk anders aussehen kann. Zwischen Familienbetrieb, geplatztem Mietvertrag, Existenzdruck, Kaffeeleidenschaft und digitaler Werkstatt entsteht ein Unternehmerporträt, das nach vorne drängt. Das Interview erzählt von Risiko, Trotz, Tempo und der Frage, was passiert, wenn einer nicht weitermacht, sondern neu anfängt.
INTERVIEWER
Henrik Schwiedeßen, Freier Texter
Mandant bei Meier + Kröhnke
INTERVIEWTER
Dennis Hornung, Unternehmer
Mandant bei Meier + Kröhnke
Dennis, dein Unternehmen gehört schon lang zur Geschichte der Region. Wie bist du selbst dazugekommen? Mein Vater, Harald Hornung, hat das Autohaus Hornung in Haltingen Ende der 1970er-Jahre gegründet. Er war Unternehmer durch und durch. Wenn man mit so einem Betrieb aufwächst, ist man früh mittendrin. Ich habe mit 14 oder 15 mitgeholfen, später Kfz-Mechatroniker gelernt, den Meister gemacht und den Betriebswirt abgeschlossen. 2016 habe ich den Betrieb gemeinsam mit meinem Vater übernommen. Danach begann eine Findungsphase. Mit der Familie in einem Handwerksbetrieb zu arbeiten, klingt einfach, ist es aber nicht immer.
Du hast früh die Weichen in Richtung Zukunft gelegt. Wie kam es zu dem großen Immobilienprojekt? Ein klassisches Autohaus wollte ich langfristig nicht führen. Die Mobilität verändert sich, die Branche wird nicht einfacher. Also habe ich Ende 2018 entschieden, das Grundstück neu zu denken: als Gewerbeimmobilie. Wir hatten einen Bio-Lebensmittelmarkt als Mieter. Dann kam Corona. Plötzlich wollte er aus dem Vertrag heraus. Da war ich Mitte 20. Die Immobilie war fast abgerissen, die Finanzierung lief und auf einmal war alles offen. Da ging mir schon ganz schön die Muffe, auf gut Deutsch.
Irgendwann hattest du den Plan. Wie hast du diese Situation gelöst? Ich habe Lehrgeld bezahlt, auch mit falschen Beratern. Gleichzeitig musste ich weitermachen, Tag und Nacht arbeiten, einen Rechtsstreit führen und neue Lösungen suchen. Ich habe gefühlt 280 Unternehmen angeschrieben und versucht, direkt zu den Expansionsverantwortlichen zu kommen. Am Ende haben wir langfristige Mietverträge abgeschlossen. Unten mit einem Gewerbemieter, oben mit einer Tagesdiakonie. Das Projekt hat statt eineinhalb Jahren eher dreieinhalb bis vier Jahre gedauert. Aber daran bin ich gewachsen.
Wie ist daraus das neue Werkstatt- und Café-Konzept entstanden? Später ergab sich die Möglichkeit, hier im neuen Objekt den Werkstattbetrieb zu integrieren. Seit Ende 2025 sind wir im Ausbau, alles wurde kernsaniert. Dann habe ich mich gefragt: Was will ich eigentlich? Ich will kein normaler Unternehmer sein. Mich erfüllt es, etwas zu erschaffen, das Substanz hat und in dem wir uns wohlfühlen. Daraus kam die Idee, eine Kfz-Werkstatt mit einem mediterranen Wohlfühlort zu verbinden. Man kommt her, verweilt, trinkt einen richtig guten Kaffee, vielleicht isst man etwas Kleines dazu.
Das ist ja spannend. Welche Rolle spielt deine Kaffeeleidenschaft dabei? Kaffee ist für mich nicht nur ein Getränk. Wenn Qualität, Duft und Atmosphäre stimmen, löst das etwas aus. Man denkt an Italien, an die Toskana, an einen Moment, in dem man kurz innehält.
Okay. Was ist deine eigentliche Intention hinter diesem Ort? Ich möchte zuerst einen Wohlfühlort für uns schaffen: für mich, die Firma und die Mitarbeiter. Bevor sich der Kunde wohlfühlt, müssen wir uns wohlfühlen. Wenn wir das Konzept leben, spürt der Kunde das.
Welche Rolle spielt bei all deinen Vorhaben Meier + Kröhnke für dich? Eine sehr große. Max und seine Kanzlei sind für mich nicht nur freundschaftlich wichtig, sondern unternehmerisch ein enormer Mehrwert. Wir haben Prozesse umstrukturiert und digitalisiert. Früher haben wir Ordner, Dokumente und Buchhaltung hin und her geschoben. Heute ist das kaum noch vergleichbar. Max schaut Prozesse vor Ort an, denkt sich schnell ein und bringt Ideen mit. Bei ihm habe ich das Gefühl, mit dieser Kanzlei kann man gesund wachsen. Man fühlt sich sicher aufgehoben und merkt: Das ist ein Weg, der mich als Unternehmer besser aufstellt.
Welche Rolle spielt die digitale Arbeitsweise für dich? Sie ist für uns essentiell. Früher haben wir monatlich alle Unterlagen in Papierform eingereicht und zurückerhalten. Der vollständige digitale Arbeitsablauf bringt eine enorme Erleichterung sowie mehr Transparenz und Nachverfolgbarkeit. Das ist aus unserer Sicht ein zentraler Bestandteil einer erfolgreichen Kanzlei.
Wie wichtig ist Digitalisierung für euch? Viele Handwerksbetriebe scheuen sich davor. Aber wenn man sich darauf einlässt, erkennt man schnell die Vorteile. Wir haben eine digitale Empfangstheke, jeder Mitarbeiter hat ein Tablet, und wir haben ein eigenes Mitarbeitertool entwickelt.
Diese Unternehmergeschichte passt kaum in ein Buch, geschweige in ein Interview. Das denke ich auch manchmal, wie ereignisreich mein Unternehmerleben schon war.
Vielen Dank für die tiefen Einblicke in deine Untergeschichte. Das habe ich sehr gerne gemacht.